06.05.2013
15:39

   
 

SONY NEX FS700

Bei einem Kameraverleih mietete ich die FS 700 für vier Tage, als der Postmann endlich nachmittags klingelte, nahm ich freudig aufgeregt einen schweren Koffer entgegen. Könnte diese (4K)Kamera nun endlich meinen Traum nach hochauflösenden Bildern in BD Qualität erfüllen?
Die Freude wurde beim Auspacken des Koffers ein wenig gedämmt, leider vergaß man die Suchereinheit für den LCD-Bildschirm mitzuliefern. Richtig ärgerlich wurde ich, als ich versuchte mit dem No-Name Ladegerät die beiden mitgelieferten Original Akkus zu laden. Hier gab es massive Kontaktschwierigkeiten und über Nacht war der Akku immer noch nicht voll. Erst mit ein Stückchen Silberfolie gelang es mir tags darauf die Kontaktschwierigkeiten am Ladegerät zu beseitigen.
Die ersten Aufnahmen bei Sonnenschein gestalteten sich wegen der fehlenden Augenmuschel als sehr schwierig. Erst mit einer über den Kopf gezogenen dunklen Decke konnte ich die Bildschärfe und Belichtung richtig bewerten und einstellen.

Die FS 700 ist nicht nur eine leicht überarbeitete FS 100, sondern benutzt einen besseren Bildchip, der später sogar ein 4-K-Bild liefern soll. Dementsprechend sind meine Erwartungen vom Bild in nur 2K sehr hoch. Erfreulich ist, dass es nun ND Filter gibt, leider ist die Einrastung sehr schwammig und ohne Probleme gelingt es mir, den ND-Filter schräg stehen zu lassen. (siehe Foto oben)
Also Vorsicht beim Herausnehmen der Kamera aus einer engen Tasche, hier könnte der schwammige Schalter sich ungewollt verstellen.

Die Bedienelemente wurden im Großen und Ganzen von der FS 100 übernommen. Ich war ja damals schon nicht so ganz glücklich mit der Anordnung der Schalter. Nach einigen Tagen der Bedienung gewöhnt man sich aber daran, nur bei Dunkelheit würde man sich beleuchtete Schalter sehr wünschen. Leider konnte ich nicht den Sucher testen, hier könnte ich mir vorstellen, dass nach einigen Monaten Gebrauch das Feststellen des LCD-Bildschirmes Probleme bereiten könnte. Diese Klemmmechanik sieht doch etwas fragil aus.


Frame_FS700 [1920 x 1080, 444 KB]
Frame_FS700_Detail_100% [1920 x 1080, 501 KB]

Mein erster schneller Bildtest mit der FS 700: trotz guter Nikon Optik, kommt mir die Detailauflösung nicht gerade gewaltig vor. Auch wenn man im Picture Profil unter dem Menüpunkt „Details“ auf Maximum geht, ändert sich die eigentliche Auflösung nicht, das Bild tendiert dann eher zu einem elektronischen „Videolook“.
Später habe ich dann mit einem Auflösungschart bei 25P ca. 750 LPH gemessen (Nikkor AF-D 60mm F2.8 bei  F4.0), das liegt etwas unterhalb meiner EX1R Kamera. Hier scheint die 4K Kamera-Elektronik nicht effektiv auf 2K herunterskalieren zu können, was sehr schade ist.


Frame_EX1R [1920 x 1080 633 KB] Hier das schnelle Vergleichsframe meiner EX1R.

Wie man oben Bild sieht, liefert die FS 700 ohne PP schon ein relativ ausgeglichenes Farbbild. Bis auf die Farbe Rot und Blau ist die Farbstärke etwas heruntergesetzt.

Natürlich kann man die Farben exakter in einem PP Justieren, was hier sehr leicht erstellt aussieht, kostete mich allerdings fast zwei Tage Arbeit. Es gab mehrere Möglichkeiten die Grundfarben nach dem Vektorskop zu justieren, leider bereiteten einige Wege Schwierigkeiten bei diversen Zwischenfarben - wie zum Beispiel Gold, Türkis oder sehr helles Gelb. Ich benutzte nach dem dritten Anlauf dazu noch einen speziellen von mir entwickelten Farbchart mit 88 Tönungen, der nun auch z. B. Silber, Gold, Türkis berücksichtigt. Diesen "Chart" verglich ich optisch zusätzlich zum DSC-Farbchart.


FS700_no_PP [ nativer Stream, ohne PP 23.9 MB]
FS700_with_PP [ nativer Stream, mit PP 31.2 MB]

Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln was dieser PP in der freien Natur farblich verändert, oben ein Wackelbild. Der FS700 Bildchip hat schon ab Werk einen sehr guten Kontrastumfang, mit PP schlägt er meine Sony EX1R nun um Längen. Im PP habe ich nur eine vorsichtige Kontraststeigerung gewählt, um nicht den jetzt schon guten Bildeindruck ungewollt zu schmälern. Hebt man hier sehr kräftig die Kneefunktion an, sehen manche Aufnahmen plötzlich nicht mehr exzellent aus, sie tendieren dann in der Bildwirkung sehr elektronisch nach Video.
Die Gainverstärkung kann ohne große Bildeinschränkungen bis +9 dB benutzt werden, mit einer guten Optik ist dies aber kaum nötig.

Am letzten Leih Tag, kam ich nun endlich dazu den fertigen PP auch in extremen Situationen zu testen. In der Bremer Innenstadt war ein Volksfest, zu dem ich in der Dämmerung mit leichtem Velbon Dreibeinstativ und dem vorzüglichen Nikkor 35-70mm F2.8 einige Stunden lang etliche 25P Aufnahmen produzierte. Die FS 700 war dabei im Shutter fest auf 1/50 eingestellt und ohne jegliche Gainverstärkung.
Die richtige Belichtung wählte ich nach „100% Zebra“ im LCD aus. Leider ist die Kamera in Verbindung mit dieser Optik nicht gerade unauffällig, auch brauchte ich für einen sauberen manuellen Fokus ein paar Sekunden länger, ich wurde deshalb auch öfters von fremden Menschen gefragt, von welchem Sender ich denn käme. Auch fühlten sich einige Passanten genötigt sich direkt vor der Kamera zu stellen um Grimassen zu ziehen. Ganz ehrlich, nach dem fünften Mal ist es nicht mehr lustig und fängt an zu nerven.


09.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 46.7 MB]

Eine Aufnahme mit dem mitlieferten Sony Kitobjektiv mit aktiven Autofokus. Wer genau auf einem größeren Bildschirm hinschaut, der bemerkt ein sehr kleines Schärfepumpen, bitte dazu auf die Schilder achten. Deshalb bin ich bei Bewegtfilm auch kein Freund von Fokusautomatiken!


03.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 48.1 MB]

Blitze, Farben und Rauch. Der Codec der Kamera schlägt sich recht gut. Diese Aufnahme habe ich noch mit dem Sony Kit-Objektiv versucht zu drehen, aber dafür war es viel zu dunkel, ab jetzt blieb dieses Objektiv in der Kameratasche unbenutzt liegen. Den Weißabgleich ließ ich meist fest bei ca. 4200K stehen, zu unterschiedlich war die Beleuchtung, auch sollten die Bilder eine warme Grundstimmung besitzen.


04.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 134.1 MB]

Diese Aufnahme entstand bei einer Brennweite von 70 mm, man beachte die extremen Kontraste. Die stark angestrahlte Schulter der Bedienung bricht nie ganz aus, ich finde, das Bild sieht wirklich schon eher nach Film als nach Video aus, oder?


05.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 99.1 MB]

Hier habe ich die Belichtung auf den rechten unteren Bildteil eingestellt, nun reißt oben links die Belichtung aus, der Kontrastumfang ist nun einfach zu hoch. Trotzdem ist das Bild insgesamt noch harmonisch, die Helligkeitsausreißer bewirken in benachbarte Flächen keine Störungen.


10.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 65.0 MB]

Hier war ich mit der korrekten Belichtung im Zwiespalt, einerseits sollten die Gesichter der Passanten gut belichtet sein – anderseits warnte das 100%-Zebra beim oberen hängenden Bären vor einen heftigen Belichtungsausbruch.


06.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 261.8 MB]

Stresstest für den Codec pur! Trotz AVCHD halten sich die Artefakte sehr in Grenzen, für die meisten Anwender völlig ausreichend.


11.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 104.8 MB]

Auf meinen 46 Zoll Flat vermisse ich bei diesen Bildern öfters eine knackige Detailauflösung, wie es dort ansonsten eine gute Kauf-Bluray zeigt. Trotz etwas abblenden meiner guten Nikonoptik, fehlt der letzte Hauch an "brutaler" Detailauflösung – jammern auf sehr hohem Niveau.


12.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 265.9 MB]

Mal eine längere Szene zum Downloaden. Andauernd ändern sich hier die Lichtverhältnisse, teilweise hartes Gegenlicht durch die Strahler – kein Problem für den FS700 Bildchip.


07.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 91.8 MB]

Trotz Blinklichter fängt der Bildchip in Verbindung mit dem PP, die Gesichter der beiden netten Damen ohne Bildrauschen ein. Auch dieses extreme Bild finde ich von der FS 700 meisterlich verarbeitet.


13.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 118.5 MB]

O. K. hier fängt nun der Codec an überfordert zu sein, achtet man auf den festen Hintergrund, erkennt man die Neigung zu Blockartefakten.



14.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 72.4 MB]

Hier wollte ich für einen Zwischenschnitt unbedingt die fröhlichen Gesichter der Besucher festhalten. Dazu musste ich hier voll (F2.8) aufblenden, die Lichtverhältnisse waren eher schwierig. Der Hintergrund ist nun überbelichtet, wer sehr genau hinschaut, entdeckt nun „elektronische Artefakte“ an den Lichtquellen – in Form von dunklen Linien.



08.mts [nativer Stream, 25P, Shutter 1/50, kein Gain, 46.6 MB]

Das letzte Bild "Tal der Könige" sieht eher nach einem Standbild aus, mich haben aber auch hier die Kontraste begeistert. Wie „organisch“ die Kamera mit den Überbelichtungen am grünen Auge souverän umgeht.

Kurzes Fazit:

Der neue Bildchip ist wirklich eine Klasse für sich, leider kann die Kameraelektronik diese vielen Bildpunkte nicht in ein bis an die Grenzen gehendes Full HD Bild umsetzen. Man müsste schauen, was Sony mit der späteren 4K Option leisten kann. So bleibt leider für mich ein kleiner bitterer Nachgeschmack hängen: Sony hat nicht alles aus dem 4-K-Bildchip herausgeholt, was theoretisch möglich wäre.

   

19.05.2013
14:46

   
 

PANASONIC AG-AC90

Seit zwei Tagen habe ich als Leihgabe die Panasonic AC 90 Kamera. Leider regnet es auch seit zwei Tagen fast ununterbrochen, sodass ich kaum dazu komme, diese Kamera in der Praxis ausführlich testen zu können. Meine Aufgabe ist bei dieser Kamera gute Einstellungen im Szenenprofil zu finden.

Dieser recht leichte Henkel-Camcorder besitzt eigentlich alles, wovon der Filmer träumt, am meisten Platz nimmt die Tonsektion am Kameragehäuse ein.

Der AC 90 besitzt relativ kleine Bildchips, damit stehen einige Bildparameter wie Lichtempfindlichkeit, Kontrastumfang und Farbgenauigkeit eigentlich schon fest. Oben im Bild die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung. Die linke Hälfte des Bildes sieht recht gut aus, die rechte Hälfte ist ein wenig schwach ausgebildet. Betroffen ist dadurch die Farbe Magenta, Blau und Cyan.

Um es kurz zu machen, hier nun meine Einstellungen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es hat sich nichts getan. Aber die Farben liegen nun auf einen anderen Gammawert und einige Zwischenfarben werden etwas besser abgebildet. Auch stimmt nun Rot und Grün perfekt, Cyan erreicht nun das Normkästchen und Magenta ist nun im Farbwinkel verbessert.

Um die AC 90 im Bild zu verbessern, habe ich meine dreimal so teuere EX1R als Referenz genommen. Ich habe versucht die bekannte Bildcharakteristik auf die AG 90 zu übertragen, natürlich nur im Rahmen ihrer technischen Möglichkeiten, zaubern kann ich auch nicht.


01.mpg [nativ EX1R, 1920x1080, 25P, 300 MB]
01.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 180 MB]

Oben im Wackelbild meine EX1R und die AG90, beide mit optimierten Profil im automatischen Modus. Auf dem ersten Blick habe ich die Einstellung doch ganz gut getroffen, wie ich finde. Man darf dabei nicht vergessen, es sind zwei technisch völlig verschiedene Kameras - von zwei verschiedenen Herstellern.


02.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 27.8 MB]

Alle folgenden nativen Szenen zum Downloaden zeigen zuerst die Werkseinstellung (iA) und dann meine optimierten Einstellungen.


03.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 27.8 MB]

Ich denke, die optimierten Bildeinstellungen reizen die Kamera voll aus, man beachte oben rechts die Sonnenblume, die jetzt wesentlich feiner strukturiert ist. Für die am linken Bildrand weißen Blüten, reicht der Kontrastumfang nicht mehr komplett aus. Mehr geben auch die internen Einstellungen des AC90 nicht mehr her, hier müßte man nun in der automatischen Blende manuell eingreifen und die Optik ca. eine halbe Blende von Hand weiter schließen.


04.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 27.9 MB]

Auch bei diesem einfachen Motiv bringen die optimierten Werte eine Menge an Bildqualität. Bitte beachten: Ich habe die Kamera bei allen Beispielen im Automatikmodus (WB, Fokus, Blende) laufen lassen! Ich vermute in diesem automatischen Modus werden fast alle AC90 Besitzer die Kamera laufen lassen, wer hat schon einen großen Kontrollmonitor immer zur Hand? Die automatische Blende wurde von mir im Szenen Profil optimiert, sollte zu 95% aller Aufnahmen auch gut passen.

Nachtrag: 20.05.2013

Das Wetter wurde heute etwas trockener und der Himmel etwas heller. Deshalb nochmal ein paar Szenen die nun auch bis Blende F5.6 gemacht wurden. Wieder habe ich kurz von Werkseinstellung auf das "Szenen Profil Daylight" während der Aufnahme umgeschaltet.


05.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 28.4 MB]


06.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 33.9 MB]


07.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 31.5 MB]


08.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 24.2 MB]


09.MTS [nativ AG90, 1920x1080, 25P, 23.1 MB]

Zum Abschluss noch eine weitere Optimierung, ein AC90 Szenen Profil "LowLight". Während Blende und Gainverstärkung gleich blieben, wird das Bild nur durch Auswahl einer anderen Gammakurve ca. eine halbe Blende heller.

Ich denke, es wird deutlich, dass die Werkseinstellung (iA) sehr viel an Bildqualität verschenkt. Ich packe nun die Kamera ein und werde den restlichen Feiertag mit einer Erdbeertorte und heißen Kaffee fortführen. Einen schönen Tag noch!

   
   
   
 


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